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6. November 2019 um 18:07 Uhr
von Jürgen Wiethäuper

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Würdiges Rahmenprogramm zur Jubiläums-Jahreshauptversammlung

Im Jahr 2019 feiert der Modellbahnverband in Deutschland e. V. sein 25-jähriges Bestehen. Das nahm der Verband zum Anlass, die Gründungsstadt Dortmund zu besuchen und die Jubiläumsversammlung dort auszurichten.

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Der Freitag stand ganz unter den Spuren der Industriekultur. Zunächst ging es zur Zeche Zollern. Die Zeche Zollern gilt als eine der schönsten und außergewöhnlichsten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in Deutschland. Selbstbewusstsein und Prestigedenken der Besitzer, der Gelsenkirchener Bergwerks AG, brachten eine Anlage hervor, die repräsentativ gestaltet und mit damalig modernster Technik ausgestattet war. Die schlossartige Anlage wurde zur viel beachteten Musterzeche ihrer Zeit.

Kaum mehr vorstellbar ist heute, dass die Anlage nach der Stilllegung in den 1960er Jahren abgerissen werden sollte. Wichtigstes Objekt im Kampf um den Erhalt war die Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugendstilportal – heute eine Ikone der Industriekultur. Der Erhalt des Vorzeigebaus aus Stahl und Glas im Jahr 1969 rettete nicht nur die gesamte Anlage, sondern markiert gleichzeitig auch den Beginn der Industriedenkmalpflege in Deutschland.

Zweite Station war die Kokerei Hansa. Die 1928 in Betrieb genommene Großkokerei war ein wichtiger Teil in der Verbundwirtschaft der Dortmunder Montanindustrie. Von den benachbarten Zechen bezog sie die Steinkohle und lieferte den daraus produzierten Koks und das Kokereigas an Dortmunder Hüttenwerke. Weiterhin wurden wichtige Grundstoffe für die chemische Industrie gewonnen.

Der Weg der Besichtigung führte hoch hinaus zum Herzstück der Kokerei, den Ofenbatterien, in denen einst bei über 1000 Grad Celsius Steinkohle zu Koks „gebacken“ wurde. Die Maschinenhalle mit einem einmaligen Ensemble von fünf Gaskompressoren gilt als Juwel der Anlage.

Der Samstag begann mit der Jahreshauptversammlung. Nachdem alle Tagesordnungspunkte erfolgreich bearbeitet waren, ging es standesgemäß mit der Bahn über Fröndenberg ins Hönnetal nach Balve-Binolen. Das Vereinsheim der Eisenbahnfreunde Hönnetal im alten Bahnhof Binolen bot den angemessenen Rahmen für vielfältige Gespräche und die Stärkung mit Kaffee, Kuchen, Würstchen oder Bier – je nach Geschmack. Wer wollte, konnte die benachbarte Reckenhöhle besichtigen oder mit den Draisinen des Vereins, einer Handhebeldraisine oder einem Klv 12 mitfahren.

Begleitet wurde der Aufenthalt von Darbietungen des Musikvereins Iserlohn e.V. “Die Waldstädter”. Wer hatte schon mal die Gelegenheit, einem Konzert in einer Tropfsteinhöhle beizuwohnen oder wurde bei der Ankunft und der Abfahrt seines Planzuges mit Blasmusik begleitet? Dem Schaffner des Zuges zurück Richtung Dortmund war es ein spontanes Handy-Video wert.