Veröffentlicht
1. März 2017 um 13:15 Uhr
von Ed Hendrickx

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Ed Hendrickx war zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des MOBA.

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MOBA-Stammtisch NRW in Recklinghausen

In den Lehrbergwerksstollen der Ruhrkohle AG, Wanner Str. 30, 45663 Recklinghausen

24 Personen machten sich in zwei Gruppen in diesen Stollen auf.

Der Lehrbergwerksstollen war zu Kriegszeiten ein Luftschutzbunker. Er wurde in den 60 – 70 ger Jahren mit dem Abraum der umliegenden Zechen aus Recklinghausen, Herten Wanne Eickel, Marl, Westerholt und Gelsenkirchen Buer aufgeschüttet. Innen hat man dort diesen Stollen errichtet. Da es etliche Millionen Kubikmeter waren, hat man für die Gleisanlagen einen Tunnel gebaut. Dieser war also schon vorhanden, bevor alle Bergematerialen aufgeschüttete wurden. Vermutlich ist das der erste Tunnel, der schon vor dem Berg da war. Leider ist durch das Zechensterben der Aushub der Schächte und des Bergematerials ausgeblieben. Alle Gleisanlagen wurden entfernt. Die Zubringertrassen sind schon weitestgehend zu Radwanderwegen ausgebaut. Nur der Tunnel ist noch nicht befahrbar.

Bevor die Besichtigung anfing wurden alle Teilnehmer mit einem Helm und einem Mantel ausgestattet, damit man sich nicht den Kopf stoßen konnte und die eigene Kleidung nicht verschmutzte. Man musste schon durch niedrige Gänge (Stollen) gehen.

Zunächst wurden wir mit der Struktur und dem Betrieb der Ruhrkohle AG (RAG) mittels eine Films und in Gesprächen vertraut gemacht. Nach einer kurzen Pause wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, und die Besichtigung begann. Es ist zwar kein Untertagebetrieb, doch war es sehr staubig.

Danach machten wir auf einen etwa 3,5 Std Rundgang durch den Stollen. Wir konnten einiges Wissenswerte aus dem Steinkohlebergbau erfahren und erfassen. Abbauhammer, Luftdruckbohrmaschine zum Bohren der Sprenglöcher bedient, oder eine Fahrt mit dem Untertagefahrrad, alles konnte angefasst und in engeren Wortsinn begriffen werden. Da es zum Abbau der Kohle einen Kohlehobel und auch einen Kohlefräser gibt, wurde der Unterschied zwischen beiden erklärt und in Aktion gezeigt. Allerdings, ohne auch nur ein Stück Kohle aus dem Berg zu holen. Er fuhr nur die Strecke hin und her.

So einige Anekdoten aus dem Steinkohlebergbau wurden erzählt. Vor Allem aus der Zeit, als man noch die Kohle per Hand abbaute. Nicht so, wie man es heute kennt, mit Maschinen. Der Werdegang des Bergmanns machte die Hierarchie im Bergbaus deutlich. Über den Lehrling wurde man zum Bergarbeiter, der nur niedere Arbeiten verrichtete. Die nächste Position war der Knappe. Der war schon fast vor Kohle, war aber hauptsächlich für den Transport der Kohle zum Schacht verantwortlich. Danach wurde man bei Eignung zum Hauer geschlagen. Ihm wurde eine große Schaufel an den Allerwertesten gelegt. Danach wurde mit einem Vorschlaghammer auf die Schaufel geschlagen. Deshalb der Ausdruck zum Hauer geschlagen. Wer also bei dem nächsthöher liegenden Angestellten, dem Steiger, (der den Hammerschlag ausführte) nicht sehr beliebt war, konnte dieser auch schon mal etwas fester ausfallen.

Nach dem Besuch des Lehrbergwerksstollens fuhren alle Teilnehmer noch zum Vereinsheim der Modell- und Eisenbahnfreunde Recklinghausen. Dort wurden zuerst Hunger und Durst gestillt.

Beim Stammtisch wurden Fragen zum Thema MOBA gestellt und erörtert. Die Modellbahnanlage konnte leider nicht in Betrieb genommen werden. Am Schautag der MEF am Sonntag vorher, hatte, ein heftiger Kurzschluss drei Transformatoren zerstört.

Alles in Allem war es eine gelungene Veranstaltung, von der ich hoffe, dass sie lange in Erinnerung bleibt.

Der nächste Stammtisch wird im August in Gangelt bei den dortigen Modelleisenbahnfreunden stattfinden. Somit ist der Weg aus dem westlichen NRW nicht so weit. Ich hoffe auf gute Resonanz. Alles Weitere zu einem späteren Zeitpunkt.

Text     : Klaus-Dieter Wiegel, Regionalbeauftragter des MOBA für NRW

Fotos   : Gisbert Holthey, Klaus-Dieter Wiegel