Veröffentlicht
8. März 2021 um 19:18 Uhr
von Jürgen Wiethäuper

Über den Autor

Kategorien
Allgemein, Nachrichten aus dem Verband

Weitere Aktionen
 Übersicht aller Beiträge

Herzlich Willkommen zur MOBA – Jahreshauptversammlung 2021 vom 16.09. bis 19.09.2021 in der Hansestadt Wismar

Der Bericht steht im Mitgliederbereich zum Download bereit

Im Jahr 2021 sind wir mit der MOBA – Jahreshauptversammlung 2021 wieder im hohen Norden, nämlich in der Hansestadt Wismar an der Ostsee. Als Gastgeber dazu konnten wir den Verein „Modelleisenbahn-Club Wismar e.V.“ mit Unterstüt-zung des Karow - Lübzer Modellbahnclub e. V. gewinnen. Doch lassen wir sie hier berichten, was uns alles in Wismar vom 16. bis 19. September 2021 erwartet.

Hansestadt Wismar

Die Hansestadt Wismar liegt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns am südlichen Ende der durch die Insel Poel geschützten Wismarer Bucht. Sie ist die sechstgrößte Stadt und das größte der 18 Mittelzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Zudem ist Wismar Kreisstadt des Landkreises Nordwestmecklenburg.

Wismar war früh Mitglied der Hanse und blühte im Spätmittelalter auf, was noch heute im Stadtbild durch viele gotische Baudenkmale nachvollziehbar ist. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Wismar 1648 unter die bis 1803 (de jure 1903) dauernde schwedische Herrschaft, woran das jährliche Schwedenfest erinnert. Danach gehörte die Stadt zu Mecklenburg-Schwerin. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch mehrere Bombenangriffe getroffen, worunter vor allem das Gotische Viertel mit den Hauptkirchen St. Marien und St. Georgen sowie der alten Schule litt. 2002 wurden die Altstädte von Wismar und Stralsund als Historische Altstädte Stralsund und Wismar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Vor allem auf Grund ihrer kulturhistorischen Bedeutung mit wertvollem Stadtbild und dank der Lage an der Ostsee ist Wismar ein beliebtes Tourismusziel, zunehmend auch für Kreuzfahrten. Wirtschaftlich bedeutend sind auch die industrielle Hafen- und Schiffswirtschaft etwa mit den MV Werften, diverse Maschinenbauunternehmen, die Holzverarbeitung und die Solarindustrie. Seit der Gründung 1881 befindet sich in Wismar zudem das Stammhaus der Warenhauskette Karstadt.

 

Donnerstag, 16.09.2021

 

Da auf Grund der doch für einige Teilnehmer sehr weiten Anreise beginnen wir mit dem Rahmenprogramm bereits am Donnerstag, 16.09.2021. Um 17:30 Uhr starten wir zu einem ca. einstündigen Standrundgang durch die historische Altstadt. Wir besuchen dabei auch das Welt – Erbe – Haus und die St. Georgen Kirche. Von der Aussichtsplattform der Kirche haben Sie einen kompletten Überblick über den Hafen und der Stadt Wismar. Ebenso kommen wir bei unserem Rundgang an einigen Drehorten der „SOKO Wismar“ vorbei.

Das Welt – Erbe – Haus entstand um 1350 in der Zeit der Hanse in der Lübschen Straße 23, die seinerzeit Teil eines bedeutenden Handelsweges und gleichzeitig die Ost-West-Achse der Stadt war.

Im Erdgeschoss befand sich ein großer Raum, die Diele, in der der Warenumschlag organisiert und durchgeführt wurde. Große Luchtfenster zur Straße und zum Hof brachten ausreichend Tageslicht in den Raum. Oberhalb der Diele befanden sich Lagerräume. Ein hofseitiger Flügelanbau, die Kemlade, diente als Wohnraum. Im Laufe des 17. bis 19. Jahrhunderts bauten die Eigentümer das Gebäude sukzessive zu einem reinen Wohngebäude um. Dabei wurde die ursprünglich hohe Decke der Diele abgesenkt und so die lichte Höhe in den oberen Geschossen erweitert. Weitere Umbauten erfolgten im 19. Jahrhundert auf Veranlassung des Bürgermeisters Gabriel Lembke, der das Haus zu dieser Zeit bewohnte. 1924 erwarb eine Kaufmannskompagnie das Gebäude und nutzte es als Geschäftsraum mit einer Gaststätte sowie einem kleinen Museum. 1950 zog der Kulturbund der DDR ein, der das Haus bis 1990 nutzte. Anschließend verfiel es zusehends, bis es 2004 von der Stadt im Zuge der Anerkennung als Weltkulturerbe gesichert wurde. In den Jahren 2013 bis 2014 erfolgte eine umfangreiche Sanierung.

Bei den Sanierungsarbeiten legten Restauratoren in einer Ecke des Raumes ein Natursteinbecken aus dem 17. Jahrhundert frei. Es bestand aus einer schmalen, ursprünglich bemalten Wandnische, in der ein Waschbecken eingelassen war. Es handelt sich dabei um den ersten Fund dieser Art in der Hansestadt.

Im Erdgeschoss informiert die UNESCO auf einem Rundgang anhand mehrerer internationaler Beispiele über das Welterbe sowie die Kriterien für eine Anerkennung als Weltkulturerbe bzw. Weltnaturerbe am Beispiel von Stralsund und Wismar. Auf dem Fußboden ließen die Kuratoren den Stadtgrundriss der Altstadt von Wismar anlegen, auf dem das Welt-Erbe-Haus farblich hervorgehoben ist. Der Besucher kann sich an mehreren Hörstationen über die Geschichte der Hansestadt informieren. Daneben informieren Schauflächen über die Geschichte des Handels sowie des Dielenhauses.

Die Kirche St. Georgen gehört neben St. Marien und St. Nikolai zu den drei monumentalen gotischen Sakralbauten der Wismarer Altstadt. Ausgehend von der Baumasse und dem umbauten Raum ist die um 1295 begonnene Georgenkirche das größte dieser Bauwerke. Zugleich ist es auch der jüngste Kirchenbau und gilt als das Wunder von Wismar.

Die Georgenkirche war das Gotteshaus der Landesherren und der Handwerker von Wismar. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und zu DDR-Zeiten weiter verfallene Kirche ist in wesentlichen Teilen bis 2010 wiederaufgebaut worden. Sie ist als Teil der Wismarer Altstadt seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet.  

St. Georgen und St. Marien bilden zusammen die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Wismar St. Marien/St. Georgen in der Propstei Wismar, Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Nach unserem Rundgang steht der weitere Abend zur freien Verfügung. Wir empfehlen Ihnen die Gastronomie rund um das Wismarer Hafenbecken oder gegenüber am Beginn der Altstadt aufzusuchen.

 

Freitag, 17.09.2021

 

Ab 10:00 Uhr besichtigen wir die Egger Holzwerke in Wismar. Die Eggergruppe – noch heute im Familienbesitz – umfasst z. Zt. weltweit 20 Werke mit über 10 000 Mitarbeitern und erwirtschafte im Geschäftsjahr 2019 / 2020 einen Umsatz von 2,83 Mrd. Euro. Die Produktpalette umfasst Holzwerkstoffe (Span-, OSB- und MDF – Platten) sowie Schnittholz. Das Spektrum des Unternehmens umfasst außerdem Produkte für den Möbel- und Innenausbau, den konstruktiven Holzbau sowie für Fußböden (einschließlich Zubehör).

Der Standort Wismar wurde 1999 als Europawerk in Betrieb genommen. Er ist einer der modernsten Holzwerkstoffproduktionsstandorte in Europa. Im Werk werden Pro­dukte wie Faserplatten, OSB, Fußbodenlaminate und Leim für die weltweiten Absatz­märkte hergestellt.

Nach dem Besuch begeben wir uns direkt zum Bahnhof Wismar, anschließend Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr nach Bad Doberan. In Bad Doberan angekommen begeben wir uns zunächst zur Besichtigung in die Werkstatt des MOLLI.

Nach der Besichtigung besteigen wir unseren Sonderzug und fahren von Bad – Doberan über Heiligendamm nach Kühlungsborn West. Die Fahrzeit beträgt circa 40 Minuten. Innerhalb Bad Doberans fährt die Bahn auf Rillenschienen, die im Straßenpflaster liegen, ähnlich einer Straßenbahn, durch die nach ihr benannte Mollistrasse.

Im weiteren Verlauf ist sie auf Vignolschienen entlang einer Lindenallee trassiert. Zwischen Heiligendamm und Ostseebad Kühlungsborn führt die Strecke parallel zur Ostseeküste über Felder. In Kühlungsborn West haben wir die Möglichkeit, das kleine Mollimuseum zu besichtigen. Sollte es zeitlich noch passen besuchen wir auf der Rückfahrt noch das Bad Doberaner Münster. Die Rückfahrt von Bad Doberan erfolgt nach Wismar mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Für den gemeinsamen Abend haben wir Tische im Brauhaus reserviert. Hier findet auch der gemeinsame Tagesausklang statt.

 

Samstag, 18.09.2021

 

Nach dem Frühstück in den Hotels findet ab 10:00 Uhr im TGZ – Technik und Gewerbezentrum – Alter Holzhafen 19 – Wismar die diesjährige MOBA – Jahreshauptversammlung statt. Von dem Tagungsraum haben Sie einen Blick auf die Hafeneinfahrt und die Wismarer Bucht.

 Personen, die nur an der JHV teilnehmen wollen, haben die Möglichkeit direkt am TGZ zu parken.

Das Mittagessen können Sie individuell am Hafen einnehmen. Danach treffen wir uns um 14:30 Uhr direkt an der Anlegestelle der Poeler Kogge, bevor damit um 15:00 Uhr für ca. drei Stunden die Wismarer Bucht befahren. Snacks und Getränke sind an Bord und können käuflich erworben werden.

Poeler Kogge “Wissemara”

Im Wismarer Hafen liegt ein vom Wrackfund Poel 11 inspirierter Nachbau einer Hansekogge. Dieser Nachbau erfolgte unter wissenschaftlicher Anleitung in bewusster Anlehnung an Schiffsbaumethoden des 14. Jahrhunderts. Das Schiff wurde am 29. Mai 2004 per Stapelhub ins Wasser gesetzt und auf den Namen Wissemara getauft. Nach dem Setzen des Mastes, dem Bau des Achterkastells, der Montage eines (zwingend vorgeschriebenen) Hilfsmotors sowie weiterer Arbeiten erfolgte am 9. August 2006 die Jungfernfahrt der Kogge zur Hanse Sail nach Rostock.

Der Förderverein „Poeler Kogge“ sieht es als seine Aufgabe, den Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert, als das bisher größte Schiffswrack der Hansezeit, allen Interessierten vorzustellen.

Der Mythos Kogge kann hier mit der Poeler Kogge „Wissemara“ hautnah erlebt werden. Dabei sollen die damaligen handwerklichen Fähigkeiten und das hervorragende Segelverhalten dieses Schifftyps vermittelt und in der Realität vorgestellt werden. Derartige Schiffe, mit einer Tragfähigkeit bis zu 300 Tonnen, bildeten die Grundlage für den in der Hansezeit so typischen Transport von Massengütern – und waren somit Basis für die wirtschaftliche Macht und dem Aufstieg der Hansestädte im Nord- und Ostseeraum.

Nach Rückkehr in den Wismarer Hafen gehen wir gemeinsam zum Marktplatz in die Stadtmitte. Hier kehren wir zum gemeinsamen Abendessen in das Lokal „An der alten Wasserkunst“ ein.

 

Sonntag, 19.09.2021

 

Am Sonntag heißt es Abschied nehmen und auf ein Wiedersehen hoffen. Aber nicht ohne einen letzten Tipp! Da Wismar sehr viele Sehenswürdigkeiten besitzt hier eine kleine Auswahl:

 

Besichtigung Schnabbelhaus an der Schweinsbrücke

Besichtigung im Baumhaus am Hafen

Besuch der Insel Poel

Besuch der Landeshauptstadt Schwerin (ca. 40 km)

Besuch der Stadt Rostock

Besuch des Kreuzfahrerterminal Warnemünde