Veröffentlicht
8. Mai 2018 um 17:37 Uhr
von Jürgen Wiethäuper

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Anlage des Monats März 2018

N-Anlage im Stil des Fränkischen Mittelgebirge

Ausstellungsanlage im Maßstab 1 : 160 mit einer Gesamtlänge von 20 m in L-Form.

Der Grundgedanke für den Bau der Anlage war, dass auf Ausstellungen größtenteils HO-Anlagen gezeigt wurden. N-Anlagen waren nur sehr klein, nicht richtig durchgestaltet und führten ein Schattendasein. So entschloss ich mich als begeisterter N-Bahner 1994 mit dem Bau einer Spur N-Ausstellungsanlage zu beginnen. Zielsetzung war, dass diese später auf Detailbildern nicht von  einer HO-Anlage zu unterscheiden ist.

Das Grundgerüst der Anlagenteile besteht aus 16 mm Tischlerplatten, dem altbekannten Fliegendraht und Haftputz. Haftputz ist nicht so fein wie Gips, hat aber eine längere Verarbeitungszeit,  was sich beim modellieren der Landschaft positiv bemerkbar macht.

10 mm Tischlerplatten wurden für die Gleistrassen verwendet. Als Schienenunterbau kamen 3 mm Korkstreifen von Faller zum Einsatz. Zum Einschottern der Gleise habe ich anfänglich  Korkschotter der Firma Heki verwendet, die neuen Module sind dann alle mit Steinschotter von Tillig bearbeitet (eingeschottert).

Fast 100 m Gleise sind auf der Anlage verlegt. Auf den ersten Segmenten wurden Schienen der Fa. Roco verlegt, später, für die zweigleisige Hauptstrecke, kamen Gleise der Fa. Peco Code 55 zur  Verwendung. Auf der Anlage befinden sich 25 Weichen (Abzweigwinkel 10 Grad), ca. 150 Laubbäume und 600 Nadelbäume verschönern die Landschaft. Grasfasern und Flor von Heki, sowie  Foliage von Noch wurden für die Ausgestaltung der Anlage verarbeitet. Doch auch Naturprodukte wie getrocknete und fein gesiebte Gartenerde, als auch diverse feine Sande, welche ich aus  Italien- und Dänemarkurlauben mitbrachte kamen zum Einsatz. Neben vielen handelsüblichen Gebäuden, die teilweise umgebaut, verfeinert und gealtert wurden, entstanden zahlreiche Bauten  im Eigenbau (z.B. ein Betonfertigteilwerk mit Kran und einigen Nebengebäuden, ein Schotterwerk, viele Scheunen, fast alle Brückenbauwerke, Tunnelportale, Stützmauern und viele Kleinteile zur  Ausschmückung der Anlage). Ein Weingut mit einem darin stattfindenden Hoffest erforderte einen hohen Zeitaufwand. 1200 Rebstöcke wurden einzeln eingepflanzt und mit Heki Microflor  begrünt. Biertische und Bierbänke wurden aus 3 mm Draht und Furnierstreifen selbst hergestellt. Zur Ausgestaltung kamen über 100 Preiserlein zum Einsatz. Auf den Tischen stehen Gläser aus transparentem Lichtleiter.

Die beiden Flüsse der Anlage wurden mit Window Color transparent modelliert. Meiner Meinung nach das Beste Material zur Flussgestaltung, da keine Absperrungen an den Flußenden und  –anfängen angebracht werden müssen, der Verbrauch gering ist und keine Geruchsbelästigung entsteht. Das Flussbett wird gestaltet, farblich behandelt und danach gießt man eine 2 mm dicke Schicht ein und lässt sie aushärten. Fertig!

Die Signaltechnik wird mit Viessmann Formsignalen betrieben und mit Uhlenbrock Anfahrund Bremsbausteinen ein hervorragendes Anfahr- und Bremsverhalten der kleinen Loks demonstriert. Die komplette Anlage ist mit einem Blockstellensystem der Fa. JEK ausgestattet.

Damit die schöne fränkische Landschaft auch so richtig zur Wirkung kommt, wurde die Anlage mit einem naturgetreu gemalten Hintergrund versehen und mit 15 Stck. 150 Watt Scheinwerfern ausgeleuchtet.

Zum Einsatz kommen Fahrzeuge aller bekannten Hersteller, allerdings werden nur Lokomotiven eingesetzt, die in der Fahrgeschwindigkeit einigermaßen zusammenpassen. Alle Fahrzeuge wurden mittels Airbrush dezent gealtert, um so einen möglichst realistischen Eindruck auf der Anlage zu vermitteln.

Die gesamte Anlage ist in der Epoche 3 – 4 angesiedelt.

Es verkehren Güterzüge mit bis zu 25 Wagen und Personenzüge mit bis zu 10 Wagen. Da keine Oberleitung vorhanden ist kommen selbstverständlich nur Dampf- und Diesellokomotiven  der Epoche IV/ V entsprechend zum Einsatz.

Erbauer : Karl-Heinz Friedel

Spurweite: N