Veröffentlicht
30. April 2018 um 18:55 Uhr
von Jürgen Wiethäuper

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Anlage des Monats Januar 2018

Bahnhof Suchtdrup der Sendener Kreisbahn

Wir schreiben das Jahr 1965. Unsere Geschichte spielt in dem kleinen Ort „Suchtdrup“ im westlichen Münsterland. Das Dorf liegt an einer privaten Eisenbahnstrecke. Diese Kleinbahn wurde im Jahre 1901 gegründet und sollte den hauptsächlich landwirtschaftlich geprägten Raum mit der „großen weiten Welt“ verbinden.

Da sich die preußische Staatsbahn nicht zum Bau einer Bahnlinie durchringen konnte, nahmen private regionale Investoren das Vorhaben in Angriff. Die „Sendener Kreisbahn“ entstand.

Von Anfang an diente die Bahn hauptsächlich zum Transport landwirtschaftlicher Produkte wie Getreide, Futter- und Düngemittel. Auch der Anschluss zum örtlichen Kohlenhändler wird bis heute bedient. Aber auch der Personenverkehr nahm anfangs stetig zu.

Eine letzte Blüte erlebte die Kleinbahn in der Nachkriegszeit, als viele Stadtbewohner die Züge zu „Hamsterfahrten“ auf das Land nutzten. Danach ging das Verkehrsaufkommen aber kontinuierlich zurück.

Um den Verkehr kostengünstiger abwickeln zu können, stellte die Bahngesellschaft den Betrieb bereits Anfang der 60er Jahre auf Dieselbetrieb um.

Neben dem allgemeinen Güterverkehr werden auch noch recht große Mengen an Stück- und Expressgütern am Güterschuppen von Suchtdrup umgeschlagen.

Es verkehren, besonders zu den Stoßzeiten, noch Personenzüge, die aber inzwischen meistens aus einem Dieseltriebwagen gebildet werden. Lediglich der Schüler- und Berufsverkehr zur nahen Kreisstadt ist noch recht bedeutend.

Aber inzwischen mehren sich die Stimmen, besonders auch der örtlichen Politiker, die den Ausbau der bestehenden Straßenverbindungen fordern. Noch können sich die Befürworter der Kleinbahn im Kreistag behaupten. Aber wie lange noch?

Die Zukunft der „Sendener Kreisbahn“ sieht also nicht rosig aus…

 

So oder ähnlich könnte es vor etwa 45 Jahren in „Suchtdrup“ ausgesehen haben, wenn es den Ort wirklich gäbe…

Die Geschichte und damit auch die Ortschaft (in Suchtdrup spielen die Geschichten des Kabarett-Duo’s „Bullemänner“) ist frei erfunden. Auch eine „Sendener Kreisbahn“ existiert in Wirklichkeit nicht, obwohl es vor rund 100 Jahren tatsächlich ein Kleinbahnprojekt „Coesfeld-Ascheberg“ gegeben hat, dessen Strecke über „Senden“ führen sollte. Als Vorbild könnte eventuell auch die „Tecklenburger Nordbahn“ in Frage kommen, die eine Bahnstrecke zwischen Rheine und Osnabrück betreibt.

Die Modellbahn ist als reine Austellungsanlage konzipiert und daher transportabel. Der sichtbare Bereich besteht aus zwei Teilstücken mit den Maßen von jeweils 80x40cm. Hinter der Kulisse wird die Anlage zu einem Oval mit Ausweichgleis geschlossen.

Fast alle verwendeten Materialien, wie Gleise, Fahrzeuge und Gebäude, stammen aus „Restbeständen“ (Dachbodenfund). Im sichtbaren Teil kamen Gleise von Roco-(Line), im hinteren Bereich von Fleischmann zum Einsatz. Die reine Bauzeit betrug etwa 6 Monate.

Mit dem Bau der Anlage wollte ich einmal aufzeigen, wie auch mit einfachen Mitteln und bei geringem Platzbedarf eine ansprechende Modellbahn gestaltet werden kann.

Ich hoffe, dies ist mir gelungen.

 

Erbauer : Heinz-Ulrich Grumpe

Spurweite: H0